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8. September 2017

Zweitliga-Heimspielpremiere: SG 99 erwartet Hoffenheim II

Heimspiel-Premiere für die erste Frauenmannschaft unserer SG 99 Andernach in der 2. Bundesliga Süd: Schwieriger könnte die Herausforderung für den Klassenneuling nicht sein, denn mit der TSG 1899 Hoffenheim II gibt sich der Meister der Vorsaison am Samstag um 16 Uhr auf dem Rasenplatz im Andernacher Stadion die Ehre. Und der hat es sich mit dem zehnten saisonübergreifenden Punktspielsieg in Serie (4:1 gegen den 1. FC Köln II) zum Auftakt gleich wieder an der Tabellenspitze gemütlich gemacht.

Was die Bäckermädchen aber überhaupt nicht schreckt – ganz im Gegenteil: Im Lager der SG 99 freut man sich gerade auf diese Vergleiche mit spielstarken Kontrahenten. Einem davon stand Andernach bereits am ersten Spieltag gegenüber, die Begegnung beim FC Bayern München II ging unglücklich mit 0:1 verloren. Dieses Resultat sorgte für Anerkennung in Reihen des Gastgebers und im Umfeld des Aufsteigers. Von Komplimenten allein kann sich der Klassenneuling nichts kaufen, diese Erkenntnis ist so alt wie der Fußballsport selbst. Spielertrainerin Isabelle Stümper sagt: „Klar, gegen solche Kaliber musst du nicht unbedingt punkten, um dennoch deine Ziele zu erreichen. Aber so ein Erfolgserlebnis tut natürlich gut, wenn du dann mal gegen vermeintlich schwächere Team spielst und schon den einen oder anderen Punkt auf der hohen Kante hast.“

Diese „Kaliber“ hat die SG 99 zum Saisonstart übrigens gleich in Serie: Nach München und Hoffenheim warten Bayer 04 Leverkusen und der 1. FC Saarbrücken – allesamt Teams, die am Ende wohl zur ersten Tabellenhälfte zählen werden. Nur sechs Mannschaften qualifizieren sich direkt für die eingleisige zweite Liga 2018/19, der Siebte geht in die Relegation. Wenn sich der spätere Süd-Meister aus dem genannten Quartett herauskristallisiert, wird das wenige wundern. „Aber auch gegen die können wir bestehen, wenn wir 90 Minuten lang zu 100 Prozent mental fokussiert bleiben. Die körperliche Fitness haben wir auf jeden Fall,“ gibt sich die Andernacher Spielertrainerin kämpferisch. Fast komplett spielte die SG 99 in München mit der Anfangsformation durch, lediglich Natascha Schneider kam kurz vor Schluss für Antonia Hornberg, die auf der rechten Außenbahn lange Wege gegangen war. Warum die SG 99 nur dieses einzige Mal und dazu auch noch extrem spät Personal tauschte, erklärt Isabelle Stümper: „Wir waren drauf und dran, in der letzten Viertelstunde noch auszugleichen. Da wollten wir uns durch einen Wechsel nicht aus dem Rhythmus bringen.“ Gegen Hoffenheim steht im Prinzip der gleiche Kader zur Verfügung, von den 18 mitgereisten Spielern steht jetzt aber hinter dem Einsatz von Sarah Preußner aus privaten Gründen und der erkrankten Clara Viebranz ein dickes Fragezeichen.

Abseits des Spielfeldes ist alles gerüstet für das Aufeinandertreffen mit den meisterlichen Hoffenheimern. Der Zugang zum Stadion ist für Zuschauer übrigens nur über das am Kopf gelegene Marathon-Tor (direkt am Kassenhäuschen) möglich. Wie viele Interessenten tatsächlich am Samstag den Innenraum des altehrwürdigen Ovals säumen, vermag Abteilungsleiter Bodo Heinemann nicht oder nur vage zu sagen: „Wir haben alle Grundschulen in der Kernstadt mit Freikarten für das Spiel gegen Hoffenheim versorgt. Da sind wir selbst mal gespannt, wie groß die Resonanz im Endeffekt sein wird. Wenn wir 300 oder vielleicht 400 Leute zur Premiere begrüßen dürfen, sind wir schon überaus zufrieden.“ Dass das Aufkommen in dieser Klasse bisweilen recht überschaubar ist, unterstreicht ein Blick auf die Zahlen des ersten Spieltags: Die meisten Zuschauer (220) verfolgten die Partie des 1. FC Saarbrücken gegen den FSV Hessen Wetzlar.

100-prozentiger Einsatz ist absolut nötig: Bei der Partie in München wirft sich die Andernacherin Anna Zimmermann der FCB-Spielerin Barbara Brecht in den Weg, beobachtet von ihrer Teamkollegin Caroline Asteroth. Auch gegen Hoffenheim will die SG 99 über den Kampf zu ihrem Spiel finden, vielleicht klappt's dann auch mit dem ersten Punktgewinn. Foto: Christian Riedel