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13. Oktober 2017

Bringt die SG 99 den Spitzenreiter Saarbrücken ins Stolpern ?

Fünf Pfichtspielsiege (inklusive zweimal DFB-Pokal) und 24:3 Tore – die Fußballfrauen des 1. FC Saarbrücken sind derzeit gut in Schuss. Was unserer noch punktlosen SG 99 Andernach in ihrem Heimspiel am Sonntag um 14 Uhr gegen den Tabellenführer der Zweiten Bundesliga Süd zwar den erforderlichen Respekt abnötigt, sie aber im Grunde genommen gar nicht weiter schreckt. Teamchef Kappy Stümper sagt: „Klar, wir sind absoluter Außenseiter. Es gibt aber keinen Anlass, uns gegen Saarbrücken zu verstecken und nur hinten reinzustellen. So eine Spielweise liegt uns auch überhaupt nicht.“

 

0:1, 1:2, 1:2 – so sieht im Gegensatz zu Saarbrücken die Bilanz der Bäckermädchen in der Punkterunde aus. In jedem Spiel schnupperte die SG 99 als Klassenneuling an einem Punktgewinn, doch der verdiente Lohn für den betriebenen Aufwand blieb ihr bisher verwehrt. Speziell die jüngste Niederlage beim Bundesliga-Absteiger Bayer 04 Leverkusen wurmt Stümper immer noch, zumal die Schiedsrichterin seiner Meinung nach mit einigen fragwürdigen Entscheidungen den Spielverlauf nicht unerheblich beeinflusste. Abteilungsleiter Bodo Heinemann sagt in diesem Zusammenhang: „Wir richten den Blick jetzt aber nach vorn, gegen Saarbrücken haben wir im Prinzip nichts zu verlieren. Die bisher gezeigten Leistungen gegen starke Konkurrenten haben das Selbstwertgefühl unserer Mannschaft gesteigert, warum sollte also der Spitzenreiter hier in Andernach nicht stolpern?“

Spielertrainerin Isabelle Stümper, Torwarttrainer Armin Grauel, Spielführerin Magdalena Schumacher und Torhüterin Kathrin Günther scheuten nicht die Mühe, am vergangenen Sonntag ins rund 200 Kilometer entlegene Stadion am Kieselhumes zu reisen, um den kommenden Gegner im DFB-Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach zu beobachten. Sie sahen einen FCS, der vornehmlich in der Offensive die Akzente setzte und nach Toren von Chiara Klein, Anja Selensky, Jacqueline De Backer und Julia Eybe die Gladbacher mit 4:1 aus dem Wettbewerb warf. Trainiert wird Saarbrücken übrigens von Taifour Diane (45), einem ehemaligen Profi, der im März 2003 für Alemannia Aachen ein Tor des Monats erzielte.

Zurück nach Andernach. Personell ist die Lage dort durchwachsen: Die zuletzt angeschlagenen Toni Hornberg (Bluterguss im Sprunggelenk) und Anna Zimmermann (Probleme mit einer Achillessehne) trainierten dieser Tage wieder dosiert mit, ein Einsatz am Sonntag ist somit durchaus denkbar. Defensivspielerin Lena Wiersch handelte sich in einem Trainingsspiel gegen die B2-Junioren des eigenen Vereins (0:2) am vergangenen Sonntag eine schmerzhafte Fußprellung ein. Ein ähnliches Missgeschick ereilte Angreiferin Clara Viebranz am Dienstag, als sie während einer Übungseinheit mit Spielertrainerin Isabelle Stümper zusammenprallte. Sarah Preußner fehlt derzeit wegen eines operativen Eingriffs und aufgrund beruflicher Belastung. Letzteres gilt auch für Natascha Schneider, die aber zumindest für die Spiele verfügbar ist.

Kappy Stümper legt den Finger in die Wunde: „Das ist halt eines unserer Probleme. Andere Vereine haben zu 90 Prozent Vertragsspielerinnen in ihren Reihen. Wir haben keine einzige und müssen natürlich Abstriche machen, wenn berufliche und private Dinge vorne anstehen.“ Nichtsdestotrotz werden seine Schützlinge wieder alles in die Waagschale werfen, um den favorisierten Gästen aus dem Saarland am Sonntag erfolgreich Paroli bieten zu können. Das dann folgende Auswärtsspiel beim 1. FFC Frankfurt II steht erst am 29. Oktober auf dem Programm, die Länderspielpause überbrücken die Andernacher mit einem Testspiel am Sonntag, 22. Oktober (14 Uhr), beim Nord-Zweitligisten Borussia Mönchengladbach.

Immer wieder warfen sich die Bäckermädchen (am Boden mit Anna Zimmermann) gegen Leverkusen (1:2) in die Zweikämpfe – am Ende vergebens. Ob gegen Saarbrücken der erste Punktgewinn glückt? Foto: Norbert J. Becker